Ganztags in der Grundschule

Ganztags in der Grundschule

Gemeinsam denken, bevor gebaut wird – Von Melanie Schaffenroth

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für unsere Kinder im Grundschulalter ist ab dem kommenden Schuljahr keine theoretische Vorgabe mehr, sondern ganz konkrete Realität. Für die Grundschule Zorneding bedeutet das: mehr Kinder, mehr Betreuung, mehr Anforderungen und damit die dringende Frage, wie Schule künftig funktionieren soll, bevor man vorschnell anbaut oder umbaut.

Genau an diesem Punkt setzt die Arbeit der Firma Lernlandschaft an, die aktuell gemeinsam mit der Gemeinde Zorneding ein Konzept für einen zukunftsfähigen Grundschulcampus entwickelt. Und zwar nicht am Reißbrett, sondern mit den Menschen, die Schule täglich leben.

Von Anfang an sitzen Lehrkräfte, Betreuungseinrichtungen, Gemeindevertreter, Elternvertretungen und Gemeinderatsmitglieder gemeinsam am Tisch. Unterschiedliche Blickwinkel, unterschiedliche Interessen, aber ein gemeinsames Ziel: eine Lösung, die pädagogisch sinnvoll, organisatorisch machbar und finanziell verantwortbar ist.

Was dabei entsteht, wird nicht nur fachlich getragen, sondern von allen Seiten bislang durchweg positiv aufgenommen. Gerade die offene Arbeitsweise, die klare Struktur der Workshops und der ehrliche Austausch auf Augenhöhe sorgen dafür, dass Verständnis wächst und echte, tragfähige Lösungen entstehen.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die frühzeitige Einbindung des Beratungsunternehmens Lernlandschaft noch vor konkreten Bau- oder Umbaumaßnahmen. Gemeinsam mit Architekten und Baufirmen werden dann im zweiten Schritt die pädagogischen Konzepte, der Raumbedarf und die baulichen Möglichkeiten zusammen gedacht. Dass dieser Weg funktioniert, zeigt der Blick in die Nachbargemeinden: In Kirchseeon und Poing hat die Einschaltung von Lernlandschaft nachweislich „Wunder gewirkt“ nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell. Fehlplanungen konnten vermieden, Prozesse verschlankt und Kosten deutlich gesenkt werden.

Auch in Zorneding ist das Projekt inzwischen sehr gut vorangekommen. Nach einem Kick-off-Termin mit Impulsvortrag, der den gemeinsamen fachlichen Rahmen gesetzt hat, folgten bereits zwei intensive Workshops. Die Runden waren bewusst groß und gemischt besetzt mit spürbarem Engagement, klaren Diskussionen und einer Atmosphäre, in der gemeinsam gedacht und nicht in Zuständigkeiten verharrt wurde.

Besonders wertvoll ist dabei, dass nicht nur kurzfristig Lösungen für den Ganztagsbetrieb betrachtet werden, sondern auch langfristige Entwicklungen: flexible Raumkonzepte, Mehrfachnutzungen, klare Abläufe und eine gute
Verzahnung von Unterricht, Betreuung und Organisation. So entsteht ein Konzept, das mitwachsen kann und auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird.

Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage: Wie schaffen wir einen Schulcampus, der den Kindern gerecht wird und gleichzeitig den Alltag für Lehrkräfte und Betreuungsteams verbessert? Das entstehende Konzept betrachtet Schule nicht nur als Gebäude, sondern als Lern- und Lebensraum, der flexibel, zukunftsfähig und nachhaltig funktionieren muss – auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Zorneding geht damit einen wichtigen Schritt: erst denken, dann bauen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dieser Weg nicht nur Akzeptanz schafft, sondern eine solide Grundlage für gute Entscheidungen bietet für die Schule, für die Gemeinde und vor allem für die Kinder.

Der nächste Lernwerkstatt-Workshop ist am 3. Februar 2026 von 14 bis 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.
(Achtung, ursprünglich wurde dieser Termin für 22.1. angekündigt, er wurde aber kurzfristig auf 3.2. verlegt!)


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